von links: Wolfgang Meixner, Edeltraud Barth, Theresa Jörg, Michael Mörer, Nicole M. Pfeffer und Prof. Dr. Andrew Ullmann
Würzburg, 7. August 2026. Das Frauenhaus Würzburg freut sich über eine besondere Unterstützung: Dank einer gemeinsamen Spendenaktion der Liberalen Frauen Unterfranken und der FDP Unterfranken konnte ein neuer Kaffeevollautomat sowie weitere dringend benötigte Sachspenden übergeben werden.
Ausgangspunkt der Initiative war ein Kennenlernen am 17. Juli 2026 zwischen Theresa Jörg, Leiterin des Frauenhauses im Sozialdienst katholischer Frauen (SkF), Nicole M. Pfeffer, Bezirksvorsitzende der Liberalen Frauen Unterfranken, Michael Mörer, Bezirksvorsitzender des Liberalen Mittelstands Unterfranken sowie Prof. Dr. Andrew Ullmann, Fraktionsvorsitzender der FDP im Würzburger Stadtrat.
Im Gespräch gewährte Theresa Jörg den Gästen Einblicke in die tägliche Arbeit des Frauenhauses. Neben der Beratung von Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, bietet die Einrichtung Schutz und Unterkunft für Frauen und ihre Kinder, die einer Gewaltsituation entkommen möchten.
Neben den jeweils sechs Schutzplätzen für Frauen sowie für Kinder und Jugendliche steigt auch der Bedarf an fachspezifischer Beratung kontinuierlich an. Immer mehr betroffene Frauen, aber auch Angehörige und Personen aus dem sozialen Umfeld, nutzen das Beratungsangebot des Frauenhauses, um sich Unterstützung zu holen, Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln und eine gewaltfreie Perspektive für sich zu erarbeiten.
Ein zentrales Thema des Austausches war zudem die derzeitige Unsicherheit im Hinblick auf die zukünftige Finanzierung und die Umsetzung des im Februar 2025 verabschiedeten Gewalthilfegesetzes. Mit dem Gesetz wird der Schutz und die Beratung von gewaltbetroffenen Frauen und ihren Kindern künftig stärker als staatliche Aufgabe verankert und ab 2032 besteht ein bundesweiter Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung. Die damit verbundenen Umstrukturierungen bringen für die Träger aktuell jedoch noch zahlreiche offene Fragen und Unsicherheiten mit sich. Insbesondere die konkrete Ausgestaltung der zukünftigen Finanzierung und der erforderlichen Strukturen ist derzeit noch nicht abschließend geklärt, sodass eine verlässliche Planung für die kommenden Jahre nur eingeschränkt möglich ist.
Die liberalen Vertreter zeigten sich beeindruckt von den vielfältigen Leistungen des Frauenhauses und dem großen Engagement des Teams. Umso bedrückender sei die Tatsache, dass jedes Jahr mehr als 100 Frauen aufgrund fehlender Kapazitäten abgewiesen werden müssen. „Eine gute Vernetzung zwischen den Frauenhäusern – nicht nur in Unterfranken – sorgt jedoch dafür, dass für die meisten hilfesuchenden Frauen dennoch eine Lösung gefunden werden kann. Mit einer durchschnittlichen Verweildauer von 65 Tagen ist der Aufenthalt im Frauenhaus vergleichsweise kurz“, erläutert Theresa Jörg.
Im Anschluss an das Gespräch wurde gemeinsam überlegt, welche Unterstützung aktuell den größten Nutzen bringen könnte.
„Als ich erfahren habe, dass sich das Frauenhaus einen Kaffeevollautomaten wünscht, der auch Cappuccino zubereiten kann, habe ich sofort zum Smartphone gegriffen“, berichtet Nicole M. Pfeffer. „Mit Sven Grafenstädt haben wir einen Unternehmer im FDP-Kreisverband Miltenberg, der Kaffeevollautomaten verkauft und wartet. Er war sofort bereit, dieses Projekt mit einer Spende zu unterstützen.“
Darüber hinaus initiierte Nicole M. Pfeffer innerhalb ihres Netzwerks eine besondere Spendenaktion: Zahlreiche Unterstützer spendeten jeweils 20 Euro, von denen Gutscheine für dm, Müller, Lidl, Netto und Edeka erworben wurden. Diese können den Bewohnerinnen des Frauenhauses unbürokratisch zur Verfügung gestellt werden, ohne dass sie den Gegenwert zurückzahlen müssen.
Bei der offiziellen Übergabe des Kaffeevollautomaten sowie eines Korbs mit Gutscheinen, Honig, Nutella und weiteren benötigten Artikeln war die Freude im Frauenhaus groß. Aufgrund der angekündigten Spende nahmen neben Theresa Jörg auch Geschäftsführer Wolfgang Meixner sowie die ehrenamtliche Vorständin Edeltraud Barth an der Übergabe teil. Im Anschluss informierte Prof. Dr. Andrew Ullmann zudem über die aktuelle Diskussion zur Situation der Frauenhäuser im Würzburger Stadtrat.
Mit der Spendenübergabe beginnt zugleich eine langfristige Zusammenarbeit zwischen den Liberalen Frauen Unterfranken und dem Frauenhaus im SkF. Künftig sollen regelmäßige Gespräche, gemeinsame Aktionen und weitere Unterstützungsprojekte folgen.
Den Auftakt bildet eine Benefizveranstaltung zugunsten des Frauenhauses, die für Herbst 2026 geplant ist. Beide Seiten zeigten sich erfreut über die neu entstandene Partnerschaft und blicken der zukünftigen Zusammenarbeit mit großer Zuversicht entgegen.
Nicole M. Pfeffer