Würzburg, 30.07.2026. In der Würzburger Gemeinschaftsunterkunft (GU) Steinachstraße hat ein Sommerfest für Jung und Alt für Begeisterung gesorgt. Insgesamt wohnen hier zurzeit 130 Bewohner mit 47 Kindern. „Unsere Bewohnerinnen und Bewohner kommen aus Afghanistan, Armenien, der Elfenbeinküste, Nigeria, Somalia, Tschetschenien und der Ukraine“, sagt Orhan Demircan, Unterkunftsleiter bei der Regierung von Unterfranken.
Seit 2015 hat die GU in der Zellerau ihren Platz gefunden hat. Umso mehr freuten sich auch die Mitglieder der Aufsuchenden Erziehungsberatung und des Familienstützpunktes im Sozialdienst katholischer Frauen e. V. (SkF) Würzburg, die gemeinsam mit der Flüchtlings- und Integrationsberatung und dem Diözesan-Caritasverband e. V. (DiCV) Würzburg das Sommerfest organisierten.
Ganzjährige Treffen
„Auch sonst sind wir einmal pro Monat mit Picknickdecke und Spielsachen hier, um uns mit den Gästen auszutauschen und mit den Kleinen zu spielen“, sagte Petra Wurzbacher vom SkF, während sich ihre Kollegin Larissa Becker am Nebentisch liebevoll um das Kinderschminken kümmerte. Im Winter treffen sich die SkF-Mitarbeiterinnen dagegen mit Eltern und Kindern auch gerne in der SkF-Erziehungs- und Familienberatungsstelle in der Zellerau. „Die Motivation, Deutsch zu lernen, ist sehr hoch, jedoch sind aktuell die Zugangsbarrieren für Integrationskurse sehr schwierig“, ergänzte Rainer Jäckel, Caritas-Dienststellenleiter der Flüchtlings- und Integrationsberatung.
„Wir haben auch immer wieder mit kranken Menschen zu tun, die besonderes Augenmerk benötigen“, sagte Nicole Gössl von der Caritas-Flüchtlings- und Integrationsberatung. „Hier wohnen auch einige Kinder und Erwachsene mit Behinderungen.“ Die Bedingungen seien besser als in den anderen Unterkünften. „Die Appartements sind abschließbar und mit eigenen Bädern ausgestattet, doch komplexe Familienstrukturen mit auftauchenden Problemen benötigen immer wieder unsere Unterstützung.“
Belastende Asylverfahren
Verständlich seien auch die Ängste und Sorgen, die Familien wie auch Einzelne belasten: „Die oftmals mehrjährige Ungewissheit in den Asylverfahren belasten die Bewohner“, betonte Jäckel. „Manche müssen Jahre warten, bis das Asylverfahren abgeschlossen ist.“ Auch Kinder entwickeln Ängste und fühlten sich betroffen. Viel Abwechslung gibt es hier nicht. Außerdem spielten die Krankheiten oder Behinderungen bei den Freizeitaktivitäten eine große Rolle. „Die Kinder gehen in die Schule oder in den Kindergarten. Oft gibt es lange Wartezeiten. Abwechslung bieten die Spielplätze in der Nähe oder mal ein Stadtbesuch“, bemerkte Jäckel. Freudig ergänzte er, dass die Regierung von Unterfranken nun eine Beschattung der Aufenthaltsfläche zur Verfügung stelle. Dann könne man es im Sommer auch im Freien besser aushalten und es käme sowohl Kontakten wie auch dem Austausch untereinander zugute.