Geschichte

Wie alles begann...

  • Gründung der ersten Kinder- und Jugendfarmen in Berlin und Stuttgart 1972
  • BdJA ist bundesweit anerkannter Dachverband aller Jugendfarmen und Aktivspielplätze
  • 1979 Prof. Dr. Peter Flossdorf entwickelt das Konzept für die Kinder- und Jugendfarm Würzburg 1980
        Gründung der Kinder- und Jugendfarm durch den Verein Kinder- und Jugendfarm Würzburg e. V.,
        die Stadt Würzburg und den Sozialdienst katholischer Frauen - Die Leitung übernahm Petra Hemmer
  • 1989 Leopold Bachl wird für 10 Jahre Leiter der Farm
  • 1999 Astrid Sendke tritt als neue Farmleiterin ihren Dienst an
  • 2001 Pedro kommt als Betreuer auf die Farm

Der Verein Kinder -und Jugendfarm Würzburg konstituierte sich 1979 aus Bürgerinitiativen der Stadt Würzburg . (Studierende der Fachakademie für Heilpädagogik beim Sozialdienst kath. Frauen, damalige Akademieleitung Dr. Peter Flosdorf mit Dozenten, Mitarbeitern päd. Einrichtungen und Ausbildungsstätten), unter Federführung des damaligen Sozialreferenten Dr. Peter Motsch. Ziel war und ist es bis heute: Spiel – und Erfahrungsräume für die Kinder der Stadt zu schaffen. Die Entscheidung fiel zugunsten der Kinder- und Jugendförderung zur Bereitstellung eines von qualifizierten Pädagogen zu betreuenden offenen Spielplatzes mit Tieren, und zur Unterstützung des sich erweiternden Angebotes für Einrichtungen der Behindertenarbeit der Stadt. Das Farmgelände, stadtteilzentriert und doch naturnah zwischen Frankenwarte und Marienfeste im Leistengrund, wurde von der Stadt über einen Gestattungsvertrag zur Verfügung gestellt. Nach einigen Jahren entstand zwischen den Trägern Stadt Würzburg-Jugendamt, dem Sozialdienst katholischer Frauen und dem Verein Kinder- und Jugendfarm e.V. ein Kooperationsvertrag. Auf pädagogischer Ebene war es zunächst der engagierte Einsatz von Dozenten mit Studierenden, der auf ehrenamtlicher Basis den Beginn auch sicherte. Im Laufe der Zeit konnte aufgrund des Andrangs von Kindern und des Bedarfs an Ferienmaßnamen ein Betreuungsteam aufgebaut werden. Ehrenamtliche und professionelle Helfer stabilisieren immer wieder die weitere Entwicklung des Platzes, des Konzeptes und der Vereinsarbeit. Die Farm wird heute von einer hauptamtlichen Mitarbeiterin geleitet. Ein Freizeitpädagoge und eine Biologin in Teilzeit und ein Mitarbeiter mit einer befristeten Vollzeitstelle für die Büroorganisation bilden mit ihr das Kernteam.

Zum 25-jährigen Bestehen der Kinder- und Jugendfarm Würzburg

von Dr. Peter Flosdorf, Initiator, Gründungsmitglied und ununterbrochen im Vorstand des Vereins der Kinder- und Jugendfarm tätig

Die späten sechziger und frühen siebziger Jahre waren geprägt von neuen gesellschaftlichen Visionen: Abbau repressiv-autoritärer Strukturen und ein besonderes politisches Engagement für sozial benachteiligte Kinder und Familien. Zugleich war es eine Zeit, die nach dem stürmischen überwiegend restaurativen Wiederaufbau zunehmend deutlicher werden ließ, dass der Lebensraum von Kindern besonders in den Städten angesichts dichter Bebauung und dem Primat der Motorisierung gefährdet war. Für Stellplätze von Autos sorgten Richtlinien. Der geplante Spielraum von Kindern dagegen beschränkte sich in der Regel auf Sandkästen und Geräte für Kleinkinder.

Sensibilisiert durch die Eindrücke, die wir zusammen mit Professor Wolfgang Mahlke und den Studierenden des Heilpädagogischen Seminars auf unseren Exkursionen in Holland, Dänemark und Schweden sammeln konnten und schließlich durch das Kennenlernen der konkreten Initiativen in Stuttgart entstand der Wille, Kindern unserer Stadt eine Kinder- und Jugendfarm zu schaffen - einen geschützten Raum wo Kinder unter der Anleitung von Fachkräften im Umgang mit Tieren für sich und ihr Erleben emotionale, kreative und soziale Anregungen erfahren könnten.

Für die Planungen war der für die Stadt Würbzrug geschaffene Spielplatz-Ausschuss, in dem Professor Mahlke und Dr. Flosdorf berufen worden waren, die kommunalpolititsche Basis. So war es von hier aus besonders mit Unterstützung der Junggruppierungen der Parteien auch gelunden, 1976 das Kinderzentrum, ein Aktivspielplatz in einem sozialen Brennpunkt, mit der damals völlig neuen Konzeption einer verlässlichen pädagogischen Betreuung zu gründen und in der pädagogischen Verantwortung des Sozialdienstes katholischer Frauen e. V. Würzburg als Träger der Erziehungsberatungsstelle und des Therapeutischen Heimes in der Zellerau unter der Leitung von Dr. Peter Flosdorf zu gewährleisten. 

Für die Kinder- und Jugendfarm gründeten wir (Professor Mahlke, Dr. Flosdorf, Professor Graf und weitere MitarbeiterInnen von Dr. Flosdorf) den Verein "Kinder- und Jugendfarm Würzburg e. V." Die erarbeitete, an modernen Perspektiven einer sozialkompensatorischen und emanzipatorischen Pädagogik orientierte Konzeption fand die Unterstützung besonders von Herrn Dr. Motsch, dem es als Sozialreferent der Stadt Würzburg gelang, für diese Initiative schließlich durch die Bereitstellung aufgelassener Kleingärten im Leistengrund die notwendigen räumlichen Voraussetzungen zu schaffen.

Zunächst mit ausschließlich ehrenamtlichem Engagement und der Förderung von Ferienmaßnahmen des Stadtjugendamtes konnten wir mit der Arbeit einer Jugendfarm beginnen. Der Umbau und Aufbau einer Messebaracke sicherte die ersten Räume für die Betreuung, der dann bald die in Eigenbau und noch heute im Betrieb befindliche heizbare Hütte mit Kochgelegenheit, Aufenthaltsraum und einem kleinen Büro folgte.

Mit Kaninchen und Schafen, eifrig von den Kindern versorgt und gepflegt, begann die Arbeit mit Tieren. Heute sind es Pferde, Esel, Ziegen, Schafe, Hühner und vieles mehr, die der Jugendfarm einen einmaligen Spiel- und Erlebnisraum für Kinder mitten in der Stadt sichern. In den Ferien sind es täglich oft weit über 100 Kinder, die dieses Angebot für sich nutzen und dabei lernen, eigenverantwortlich und einfühlsam mit den Tieren umzugehen und miteinander bauend und gestaltend aktiv sind und so Eigeninitiative und soziale Kompetenz gewinnen.

Ohne das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder wäre dies alles nicht möglich geworden. Hier sei auch an unsere erste Vorsitzende und zugleich erste Leiterin der Farm, Frau Bogar-Sendelbach, einer Heilpädagogin des von Dr. Flosdorf geleiteten Heilpädagogischen Seminars, erinnert. Erst durch dieses ehrenamtliche Engagement konnten die Voraussetzungen für die Schaffung einer in Trägerschaft des Sozialdienstes katholischer Frauen Würzburg e. V. und der Stadt Würzburg möglich gewordenen festen Planstelle geschaffen werden, nachdem schon vorher durch ein Projekt des Bayer. Staatsministeriums für Famlie, Jugend und Arbeit ihre Bewährung nachweisen konnte.

Herr Leopold Bachl, erfahrener Mitarbeiter des Kinderzentrums und selber aus einer bäuerlichen Famlie stammend, war dann über viele Jahre (von 1989 bis 1999) hauptamtlicher Leiter und war dabei zugleich für die Koordination der vielen Helfer und Studierenden zuständig, bis dann im Jahr 2000 Frau Sendke die Leitung der Kinder- und Jugendfarm übernommen hat, nachhaltig unterstützt durch die langjährige Vorsitzende (Frau Schwittek) und deren Vertreterin (Frau Doering).

Seitdem ist die Kinder- und Jugendfarm eine der Initiativen, die der Stadt Würzburg die Anerkennung als kinderfreundliche Stadt ermöglichte. Die Kinder unserer Stadt wünschen sich weiter diesen Raum für ihr Spielen und Gestalten im Umgang mit den Tieren und im verantwortlichen Miteinander: eine überzeugende Alternative zu kostenaufwendigen Versorgungen und personalintensiven Maßnahmen.

Kinder- und Jugendfarm e.V.

Leistenstraße
97082 Würzburg

Tel: (0931) 76399

info@kinder-und-jugendfarm.de

Öffnungszeiten:

An Schultagen:

Di - Fr 14.00-18.00 Uhr und

Sa 10.00-15.00 Uhr

NICHT AM 13./14.10.17!

In den Ferien:

Mo - Fr 10.00-16.00 Uhr

Postanschrift:

Wilhelm-Dahl-Str. 19
97082 Würzburg

 

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