Der Träger Kinder und Jugend Frauen und Soziales (aktiviert) Psychisch kranke Menschen Schule und Ausbildung
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Zur Situation von straffällig gewordenen Frauen

Frauenkriminalität und weibliche Deliktstruktur

Frauen weisen im Vergleich zu Männern eine deutlich geringere Kriminalitätsbelastung auf.

2007 lag der Anteil der Frauen am Gesamtbestand der Gefangenen in den bayerischen Justizvollzugsanstalten bei 6,44 %.

Verurteilte Frauen weisen eine höhere Beteiligung an Eigentums- und Vermögensdelikten auf als Männer, ebenso bei Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Bei Gewalt- und Tötungsdelikten sind Frauen deutlich unterrepräsentiert.


Problemlagen von inhaftierten Frauen

• Frauen in Haft erleben eine doppelte Stigmatisierung. Gesellschaftlich gesehen schneiden sie noch schlechter ab, als männliche Verurteilte. Und im Strafvollzug, der in der Hauptsache für Männer ausgerichtet ist, werden geschlechtsspezifische Unterschiede noch wenig anerkannt. Die vollzugsinternen Angebote stehen überwiegend den inhaftierten Männern zur Verfügung, da diese in der Mehrzahl sind.

• Frauen erleben den Straffvollzug belastender als Männer. Häufig werden sie von ihrer Ursprungsfamilie oder vom Partner „fallengelassen“.

• 60% der inhaftierten Frauen sind Mütter. Die Trennung von den eigenen Kindern belastet schwer. Nicht selten entstehen quälende Schuldgefühle.

• Die Unterbringung in einer Justizvollzugsanstalt (JVA) mit Frauenabteilung ist oft weit weg vom Wohnort der Angehörigen. Mitunter ist das der Grund dafür, dass ein Besuch nicht organisiert (oder finanziert) werden kann.

• A u s b i l d u n g s- und A r b e i t s p l a t z s i t u a t i o n:
Mehr Frauen als Männer verfügen über keine abgeschlossene Berufsausbildung. Aufgrund der Kürze der Haftzeit sind Schul- bzw. Berufsabschluss selten möglich.
Das erschwert die Widereingliederung auf dem Arbeitsmarkt.

• Kann die Wohnung der Frau während der Haft nicht durch Angehörige gehalten werden, wird sie diese verlieren. Es besteht die Gefahr des Abgleitens in die W o h n u n g s l o s i g k e i t nach der Entlassung. Das zeitweilige Unterschlupf bei „Bekannten“ kann erneute Abhängigkeiten erzeugen.

• S u c h t p r o b l e m a t i k: Mädchen und Frauen lernen sich noch immer anzupassen und scheuen Auseinandersetzungen. Das kann zu unterschiedlichem Suchtverhalten führen: Drogensucht, Esssucht, Magersucht und nicht zuletzt Beziehungssucht.


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